Rheinischer Karneval - Lektion 1: Verkleiden
Das einzige, was wirklich zu Irritationen führt, ist, dass der Rheinländer sich zum Saufen verkleidet.
Und da wären wir schon bei Lektion 1 meiner kleinen Karnevalsfibel. Man muss in punkto Verkleidung zweierlei unterscheiden: Erstens die Brauchtumsuniformen der Karnevalsvereine. Naja, OK. Das ist schon speziell. Da muss man auch nicht drauf stehen, das spielt sich ab dem 11.11. vorwiegend hinter verschlossenen Türen ab und wird erst auf den Rosenmontagszüge sichtbar. Da sieht es dann auch schön aus. Ansonsten sieht man höchstens mal abends eine griesgrämige Gruppe Menschen in schicken Mänteln mit merkwürdigem Kopfschmuck frierend am Taxistand stehen. Schwamm drüber - ne Prinz-Heinrich-Mütze oder ein Luis-Trenker-Hut mit Gamsbart ist auch nicht wirklich endgeil.
Zweitens der allgemeine Volkskarneval an den eigentlichen Karnevalstagen. Da wird sich halt vom Altweiberdonnerstag bis zum Rosenmontag verkleidet, wie man will und wenn man denn mag. Verkleidungen dienen vorwiegend dazu, Kontakt zu knüpfen. Es ist ja viel einfacher, mit einer/einem lustig verkleideten ins Gespräch zu kommen und außerdem hat Judith die Gelegenheit, von der farblosen Sparkassencounter-Tuse zur ralligen Flamencotänzerin zu mutieren und Günni kann seine fette Pocke an ein paar Abenden sinnvoll und stilsicher für sein Obelix-Kostüm einsetzen.
Hier ein paar Beispiele.
Silvi und ihre Mädchen als fliegendes Personal der Chicken Wings...

...samt passendem Kapitän:


Casi als eine Mischung als Steven Tyler, Winnetoe und John Frusciante:

KC im Fusion-Kostüm mit geklauter Karnevalskopfbekleidung, Elektro-Orden und fuckproofed-Schlangenstiefeln:




Dani als Piratin oder Zigeunerin - scheißegal, auf jeden Fall sexy:

Maxi als Elvis oder Gary Glitter, Hüby als... keine Ahnung: Mountie?

...auch keine Ahnung, aber ein lustiges Girlie, die ihre Musikwünsche immer mit Lippenstift auf die Innenseite ihrer Arme geschrieben hat (links Billy Idol, rechts White Wedding) und mit ausgebreiteten Armen vor uns rumhampelte:

Kerstin aus Bollywood:

Inga und Sven im minimalistischem Kostüm auf dem Zug:

Der Fussball-Feind!!

Silvi als Black-Mamba (kam übrigens mit einem Überseekoffer voll Kostümen aus Hamburg an. Natürlich: Exil-Rheinländerin):

Dann gibt es kaputte Flaschengeister, die gar nicht wissen, dass man sie verkleidet hat, so wie dieser Doppelnull-Agent hier (kurz vor dem Touch-Down). Legendär war auch der absolut unverkleidete Typ, der auf uns zugestürzt kam und behauptete "Ich bin eine Katze!". Sehr geil.

HIer mein absolutes Lieblingskostüm - Jan als Rocky Balboa. Ich liebe es!


Zusammengemischt sieht das alles ganz lustig aus. Wie öde ist denn dagegen eine normale Club-Crowd, hm?


Jörn und ich waren nicht verkleidet. Als DJs müssen wir uns ja abgrenzen. Respektspersonen, klaro?



Fortsetzung folgt:
- Lektion 2: Musik und Tanz
- Lektion 3: Küssen
Labels: Brauchtum im Rheinland